
Effizienzhaus
Energieeffizient sanieren mit Verstand:
Energieeffizient sanieren mit Verstand:
Was Ihr Zuhause wirklich braucht
Wer über die Modernisierung des eigenen Hauses nachdenkt, steht oft vor vielen Fragen – und manchmal auch vor einer Wand aus Fachbegriffen.
Wie viel Dämmung ist sinnvoll? Welches Ziel ist realistisch?
Und muss aus einem älteren Haus gleich ein Hightech-Gebäude werden?
Die beruhigende Antwort vorweg: Nein, Ihr Altbau muss weder ein Passivhaus noch ein Energieplus-Haus werden. Solche Standards sind im Gebäudebestand zwar grundsätzlich erreichbar, erfordern jedoch häufig einen sehr hohen technischen und finanziellen Aufwand. Entscheidend ist nicht das Erreichen theoretischer Maximalwerte, sondern eine maßgeschneiderte Lösung, die zu Ihrem Budget, Ihrem Alltag und dem Charakter Ihres Hauses passt.
Warum die Form Ihres Hauses beim Energiesparen mitentscheidet
Rein physikalisch betrachtet ist die Kugel die energieeffizienteste Bauform: Sie bietet das größte Innenvolumen bei der kleinsten Oberfläche. Da Wärme über die Außenhülle verloren geht, gilt die Faustformel: Je kleiner die Außenfläche eines Hauses im Verhältnis zu seinem Volumen ist (das sogenannte A/V-Verhältnis), desto geringer sind die Wärmeverluste.
Weil Kugeln im Alltag weder praktisch noch wirtschaftlich zu bauen sind, gelten kompakte Baukörper wie Würfel oder Quader als besonders energieeffizient. Je schlichter und kompakter die Form, desto leichter lässt sich Energie im Haus halten.
Ein Blick zurück: Was wir von der Klassischen Moderne lernen können
Diese Erkenntnis ist gar nicht so neu. Schon in den 1920er-Jahren prägte das von Walter Gropius gegründete Bauhaus die Architektur der Klassischen Moderne. Entgegen einem weit verbreiteten Mythos hat das Bauhaus die kubische Bauform nicht erfunden, ihre klare und funktionale Formensprache des Neuen Bauens jedoch entscheidend verbreitet.
Damals ging es vor allem darum, schnörkellos, wirtschaftlich und funktional zu bauen. Wärmeschutz spielte noch kaum eine Rolle. Aus heutiger bauphysikalischer Sicht bringen viele Merkmale dieser Architektur jedoch Vorteile für die Energieeffizienz mit sich – Würfel und Quaderform, kompakte Baukörper, klare Dachformen und weniger Vorsprünge, die Wärmebrücken begünstigen können. Gut geplante Fensterflächen, insbesondere nach Süden, können zudem Tageslicht nutzen und im Winter solare Wärmegewinne ermöglichen.
Effizienzhaus-Klassen verständlich erklärt
Vielleicht sind Ihnen Begriffe wie Effizienzhaus 85, EH 55 oder EH 40 schon begegnet.
Diese Zahlen geben an, wie hoch der Energiebedarf eines sanierten Hauses im Vergleich zu einem gesetzlich definierten Referenzgebäude nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist.
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Ein Effizienzhaus 40 benötigt rechnerisch höchstens 40 % des Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes.
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Zusätzlich darf der Transmissionswärmeverlust – also der Wärmeverlust über Wände, Dach, Fenster und andere Bauteile der Gebäudehülle – nur 55 % des Referenzwerts betragen.
Wichtig zu wissen: Die Bewertung erfolgt also immer über zwei Kriterien – den Primärenergiebedarf und die Qualität der Gebäudehülle.
Hinweis zur Förderung: Die staatliche Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) richtet sich nach den jeweils gültigen Förderbedingungen. Diese werden regelmäßig angepasst.
Die Herausforderung im Altbau
Neu bauen auf der grünen Wiese ist einfach – bei einem Bestandsgebäude sieht die Welt anders aus. Ältere Häuser haben Charakter: Erker, Balkone, verwinkelte Dächer oder liebevolle Fassadendetails. Genau diese Besonderheiten machen den Charme Ihres Zuhauses aus, stellen energetisch aber oft eine Herausforderung dar.
Sie erhöhen das Risiko von Wärmebrücken und machen Dämmmaßnahmen aufwendiger. Bei denkmalgeschützten oder besonders erhaltenswerten Fassaden ist eine Außendämmung häufig nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.
Deshalb sind Standards wie ein Passivhaus – das meist ohne klassisches Heizverteilsystem auskommt – oder ein Energieplus-Haus im Altbau häufig nicht der sinnvollste Maßstab. Solche Ziele können zwar grundsätzlich erreicht werden, erfordern jedoch oft tiefgreifende Eingriffe und sehr hohe Investitionen, die sich wirtschaftlich nicht immer rechnen.
Ihr Weg zur sinnvollen Sanierung
Sanieren muss nicht bedeuten, das gesamte Haus auf einmal komplett auf den Kopf zu stellen. Oft führen schon gezielte Einzelmaßnahmen – zum Beispiel die Dämmung der obersten Geschossdecke, moderne Fenster oder die Erneuerung der Heizung – zu einer spürbaren Senkung der Heizkosten und zu deutlich mehr Wohnkomfort.
Welche Maßnahmen für Ihr Haus die beste und wirtschaftlichste Lösung sind, hängt ganz vom Ist-Zustand des Gebäudes und Ihren persönlichen Wünschen ab. Mit einer individuellen Beratung lässt sich Schritt für Schritt genau der Sanierungsweg entwickeln, der sich für Sie wirklich lohnt – finanziell und langfristig auch beim Wohnkomfort.
Kontakt
3E-Check Energieberatung
Markus Grebing
Am Hommelshof 41
41352 Korschenbroich
02161 - 4737692
